Oper Klosterneuburg - Benefizvorstellung Rotary Club Klosterneuburg

Tuesday, July 7, 2026 20:00-23:30, Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg

Das sommerliche Prachtwetter meinte es besonders gut mit den Kulturbegeisterten, die sich im prachtvollen Kaiserhof des Stifts Klosterneuburg versammelten.

Bei angenehm warmen bis heißen Temperaturen bot die historische Kulisse den perfekten Rahmen für ein ganz besonderes kulturelles Highlight: die Charity-Aufführung der französischen Oper „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saëns.

Den feierlichen Auftakt des Abends machte Christian Hurek, der in seiner Funktion als Präsident des RC Klosterneuburg das Publikum herzlich zu dieser traditionsreichen Benefizveranstaltung begrüßte.

In seiner Rede hieß der Präsident des RC Klosterneuburg namhafte Ehrengäste wie die Rotary Governorin Sabine Unterweger sowie eine rotarische Freundin aus Belgrad willkommen.

Hurek betonet, wie entscheidend die Großzügigkeit der Gäste sei: Mit den gesammelten Spenden und Beiträgen kann der Club schnell und unbürokratisch dort helfen, wo Menschen unverschuldet in Notsituationen geraten und finanzielle Unterstützung für soziale Projekte dringend benötigt wird. Ein besonderer Dank des Präsidenten galt dabei der Schellhammer Capital Bank für ihr Sponsoring.

Diese erfolgreiche Kooperation feierte zudem ein beeindruckendes Jubiläum: Es handelt sich um die bereits 19. gemeinsame Vorstellung mit der Stadtgemeinde, dem Stift und der Oper Klosterneuburg. Eine Vorzeige-Partnerschaft, die in fast zwei Jahrzehnten bereits weit mehr als 10.000 glückliche Gäste angelockt hat. 

Im Anschluss übernahm Peter Edelmann das Wort.

Der Intendant bedankte sich überschwänglich für die langjährige, treue Zusammenarbeit mit den Rotariern, die sich weit über das Jahr erstreckt.

Besonders hob der Intendant hervor, wie wertvoll diese Allianz für den künstlerischen Nachwuchs ist. So übernahm der Rotary Club Klosterneuburg an diesem Abend exklusiv die Gage für den talentierten Nachwuchssänger Ivo Kovrigar, der in der Rolle des Abimélech zu hören ist. Mit einem Augenzwinkern verriet Edelmann, dass die Rolle zwar kurz sei – da die Figur recht schnell vom starken Samson erschlagen wird –, die Stimme Kovrigars jedoch eine absolute Zukunftsstimme sei, die sicherlich ihren Weg machen wird. 

Danach entführte der erfahrene Opernsänger und Intendant die Zuhörer in die Entstehungsgeschichte des gezeigten Meisterwerks. Saint-Saëns hatte „Samson und Dalila“ wie erwähnt ursprünglich als Oratorium geplant. Erst als die betörende Dalila die Bühne betrat, wurde klar, dass dieser Stoff für eine große französische Oper bestimmt war. Auf Anraten von Franz Liszt fand die Uraufführung kurioserweise auf Deutsch in Weimar statt, bevor das Stück seinen weltweiten Siegeszug antrat.

Obwohl ein solch dramatisches Werk für ein sommerliches Open-Air-Festival auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag, bewies die Intendanz echten Mut zum Besonderen – schließlich war das Werk seit acht Jahren nicht mehr auf den Spielplänen im Wiener Raum zu sehen. 

Ein ganz besonderes Qualitätsmerkmal der Aufführungsstätte durfte natürlich nicht unerwähnt bleiben: Die fantastische Akustik im geschlossenen Hof des Stifts sorgt dafür, dass sowohl die Solisten als auch das gesamte Orchester vollkommen unverstärkt agieren können – in der heutigen Zeit ein seltenes und kostbares Gut.

Zum Abschluss erinnerte Edelmann das Publikum daran, dass wahre Kunst unbezahlbar ist, und rief dazu opferbereit auf, dem Freundeskreis der Oper beizutreten, um dieses Kulturgut für die Zukunft zu sichern.

Mit den anschließenden, stimmungsvollen Wünschen von Christian Hurek ging es für die Zuschauer in einen unvergesslichen, lauen Opernabend vor einer überwältigenden Kulisse.

Im Anschluss an die Aufführung ließ der RC Klosterneuburg den Abend im neuen Dialoghafen Klosterneuburg im Pfortenhof am Rathausplatz 20 ausklingen, einem neuen gemeinschaftlich getragenen Nachbarschaftszentrum, das der Bevölkerung als offener Begegnungsraum dient.

Sommernachtstraum im Kaiserhof: „Samson und Dalila“ feiert glanzvolle Benefiz-Aufführung (Copyright: operklosterneuburg GmbH)

Handlung und Inhalt der Oper "Samson et Dalila"

"Samson et Dalila" (op. 47) von Camille Saint-Saëns ist eine der prächtigsten französischen Opern der Romantik. Sie verbindet monumentale Chorszenen, packende jüdisch-christliche Mythologie und eine hochemotionale, fast intime Liebes- und Verratsgeschichte. Die Oper basiert auf dem biblischen Buch der Richter und spielt um 1150 v. Chr. in Gaza.

1. Akt: Der Aufstand

Die Hebräer beklagen unterdrückt im Verborgenen ihre Knechtschaft durch die Philister. Samson, ein Mann mit übermenschlicher, gottgegebener Kraft, rüttelt sein Volk auf und entfacht den Aufstand. Als der Philister-Satrap Abimélech ihn attackiert, erschlägt Samson ihn mühelos. Die Hebräer siegen. Doch dann erscheint die betörende Philisterin Delila mit ihren Jungfrauen. Sie umschmeichelt Samson und lädt ihn in ihr Haus im Tal von Sorek ein. Trotz der Warnungen eines alten Hebräers verfällt Samson ihrem Charme.

2. Akt: Der Verrat

Der Oberpriester des Philistergottes Dagon fordert von Delila, Samson zu bezwingen, um die Schmach der Niederlage zu rächen. Delila braucht keinen Drang von außen – sie hasst Samson, weil er sie einst verließ, und will ihn aus verletzter Eitelkeit und Patriotismus vernichten. Es kommt zur großen Konfrontation im strömenden Regen: Samson will sich von ihr lösen, um seinem Volk zu dienen, doch Delila setzt all ihre Verführungskunst ein (hier singt sie die weltberühmte Arie "Mon cœur s'ouvre à ta voix"). Sie täuscht tiefe Verletzung vor, bis Samson schwach wird und ihr das Geheimnis seiner unbändigen Kraft verrät: Es liegt in seinem ungeschorenen Haar. Als er einschläft, schneidet sie es ihm ab und ruft die Philister-Soldaten. Samson wird überwältigt und geblendet.

3. Akt: Gefangenschaft und Rache

Der blinde, kahle Samson dreht in Ketten eine schwere Mühlplatte. Er hört das Jammern seines gefangenen Volkes, das ihm bittere Vorwürfe macht. Samson fleht Gott um Vergebung an und bietet sein Leben als Opfer. Im opulenten Tempel des Dagon feiern die Philister ihren Sieg mit einer wilden, orientalischen Orgie (das berühmte Orchesterstück Bacchanale). Samson wird hereingeführt, um verhöhnt zu werden. Delila und der Oberpriester spotten über seine Ohnmacht. Samson bittet die Knaben, die ihn führen, ihn an die beiden zentralen, tragenden Säulen des Tempels zu stellen. Er betet ein letztes Mal um seine alte Kraft, stemmt sich gegen das Gestein und bringt den Tempel zum Einsturz. Er reißt sich selbst, Delila und Tausende Philister mit in den Tod.